Ein Thema und bis zu 6 Fächer

Fächerverbindendes Lernen im Wochenrhythmus statt fachisoliertes Lernen im Stundentakt: In Pulsaren erforschen Schülerïnnen komplexe Zusammenhänge und verknüpfen die Kompetenzen und Inhalte aus den Rahmenlehrplänen interdisziplinär.

In einem Wechsel aus angeleiteten und selbstorganisierten Lernphasen erarbeiten sich die Schülerïnnen gemeinsam anspruchsvolle Grundlagenkenntnisse. Diese vertiefen sie anwendungsorientiert im allein oder im Team, in ihrem individuellen Lernweg. Zum Abschluss des Pulsars entsteht das Bild vom großen Ganzen.

Visualisierung Pulsar: Download

Pulsarwoche an der ESBZ

Pulsarwoche an der ESBZ

Pulsarwoche an der ESBZ

Pulsarwoche an der ESBZ

Pulsarwoche an der ESBZ

Pulsarwoche an der ESBZ

Lust am Lernen

In Pulsaren arbeiten:

  • Lehrerïnnen in interdisziplinären Teams zusammen

  • erarbeiten Lehrerïnnen mit Schülerïnnen eine Woche intensiv ein Querschnittsthema aus den Rahmenlehrplänen

  • folgen Lehrerïnnen dem besonderen Rhythmus aus fachlichen Grundlegungen, individuellen Vertiefungen und veranschaulichender Zusammenführung

  • begleiten Lehrerïnnen Schülerïnnen als fachliche ExpertInnen, Lernbegleiterïnnen und Coaches

In Pulsaren:

  • werden Schülerïnnen zu fachlichen Expertïnnen

  • arbeiten Schülerïnnen jahrgangsübergreifend zusammen
    erproben sich Schülerïnnen in verschiedenen Rollen der Teamarbeit

  • folgen Schülerïnnen ihrem individuellen Lernweg

  • machen Schülerïnnen ihre Kompetenzen sichtbar

Themen- und Teamfindung, Planung und Durchführung

Unterrichten in Pulsaren heißt Teamteaching. Nur wie finde ich mein Team? Die Erfahrung zeigt, dass sich erst die Themen und dann die Teams finden.

Ihr könnt z.B.

  • eine Themenwand im Lehrerïnnenzimmer aushängen. Kollegïnnen schreiben sich mit ihren Wunschthemen ein und interessierte Mitstreiterïnnen ergänzen ihre Namen und ihre verfügbaren Stunden.
  • spielerisch auf Themensuche gehen: Stellt so viele Stühle in 3er Gruppen wie KollegInnen da sind auf, bewegt euch zu Musik im Raum und setzt euch hin, sobald die Musik aufhört. Was könntet ihr in der Konstellation anbieten, in der ihr nun da sitzt? Stellt euch die Frage: Auf welches Thema hättet ihr Lust? Und weiter gehts in die nächste Runde…..
  • eine digitale Pulsarmatrix erstellen, in die sich Kollegïnnen mit ihren Themenvorschlägen eintragen und sich Mitstreiterïnnen dazu schreiben.
  • und bestimmt habt ihr noch viele andere Ideen.

Wochenplanung und Ankündigung

Nachdem sich die Pulsarteams gebildet haben, geht es an die inhaltliche Konzeption und das Wochendesign. Jedes Pulsarteam definiert für sich das Ziel der Woche, findet den roten Faden und klärt Verantwortlichkeiten und Rollen innerhalb des Teams. Es überlegt sich, wie sie ihr leitendes Thema mit den unterschiedlichen Fachperspektiven beleuchtet und welche Vertiefungsmöglichkeiten sie den Schülerïnnen anbietet.

So behandelt zum Beispiel im Pulsar “Der Regenwald und der Mensch” die Fachdisziplinen Biologie, Geografie und Spanisch gemeinsam das Ökosystem Regenwald. Oder die KollegInnen aus Englisch, Deutsch, Sozialwissenschaften und Philosophie nähern sich mit den SchülerInnen gemeinsam im Pulsar “A Man’s World” der gesellschaftlichen und ethisch-philosophischen Dimension von Männlichkeit.

Aus den Vorbereitungen resultiert der Ausschreibungstext für die Schülerïnnen. Die Ausschreibungstexte aller Pulsare werden zu einem Bildungsverzeichnis zusammengefasst. Dieses wird den Schülerïnnen präsentiert und zur Verfügung gestellt. Damit erhalten sie einen Überblick über das gesamte Pulsarangebot. Sofern die Schülerïnnen wählen können, sind die Ausschreibungstexte die Grundlage für die Wahl.

Beispiele für die Gestaltung von Ausschreibungen von Pulsaren:


Die Aufteilung der inhaltlichen Vorbereitungen liegt im Team. Dazu gehören die Planung der einführenden Impulse, die Vorbereitung der Materialien, die Gestaltung der Lernumgebung sowie der Wochenabschluss.

Pulsarwahl der Schülerïnnen

Lernen in Pulsaren heißt Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen. Wie kommen die Schülerïnnen zu ihrem Pulsar?

Die Schülerïnnen können aus dem Pulsarangebot je nach Überlegung unterschiedlich frei wählen.

  • Schülerïnnen können frei wählen - das lieben sie erfahrungsgemäß besonders
  • feste Anbindung der Pulsare für Jahrgang 12 oder 13 an die Leistungs-/Schwerpunktkurse (damit können diese Schülerïnnen nicht wählen) und die anderen Jahrgänge wählen sich frei in die Pulsare dazu
  • Gestaltung der Pulsare als Zusatzkurse
  • und euch was ausdenken, was besonders gut zu eurer Schule passt

Durchführung

Ein besonderer Aspekt am Pulsar ist seine vorgegebene Rhythmisierung. Eine Pulsarwoche unterteilt sich in drei Phasen.

Zum Auftakt der ersten Phase führen die Lehrerïnnen die Schülerïnnen an das Wochenthema heran. Die Schülerïnnen nähern sich den vielseitigen Facetten eines Themas u.a. mit Impulsen, Unterrichtsgesprächen und Stationenlernen. Hier werden fachliche Grundlagen gelegt, die für die vertiefende Arbeit notwendig sind.

Die Lehrerïnnen zeigen thematische Perspektiven auf und führen die Schülerïnnen zu einem Vertiefungsschwerpunkt, den sie individuell wählen.
In der zweiten Phase folgen die Schülerïnnen ihren individuellen Lernwegen allein oder in Teams. Sie wählen sich ihre persönliche Vertiefung aus und arbeiten selbstorganisiert. Die Lehrerïnnen werden mehr und mehr zu Lernbegleiterïnnen und Coaches. Sie bieten den Schülerïnnen ein Angebotsgeflecht aus differenzierten Lernmaterialien, außerschulischen Lernorten, Lernberatungen, Lernwegempfehlungen, Zwischenreflexionen und bei Bedarf auch ergänzenden Fachinputs. Die Lehrerïnnen strukturieren die Tage mit gemeinsamen Einstiegen und Abschlüssen in der Gruppe sowie individuellen Beratungs-, Reflexions- und Feedbackzeiten zwischendurch. Sie sind präsent und reagieren auf die Bedürfnisse und Anliegen der Schülerïnnen.

Selbstorganisiertes Lernen oder: Freiarbeit heißt nicht frei von Arbeit!

Um für die Schülerïnnen einen guten Rahmen für selbstorganisiertes Lernen zu schaffen, in denen sie eigenverantwortlich lernen können, sind diese Tipps in jedem Fall hilfreich.

Material_Pulsar_TippsVertiefungsphase »

Noch mehr Hintergrundwissen zu diesem Thema bietet das Buch von Ulrich Haas
In der dritten Phase des Pulsars ist die Kreativität der Gruppe gefragt. Wie können die Erkenntnisse aus den individuellen Vertiefungen zusammengeführt und sichtbar gemacht werden? Wir empfehlen den Abschluss z.B. in Form einer Performance, eines Fachpodiums, eines philosophischen Cafés, einer künstlerischer Darstellungen, einer Ausstellung oder eines mit Kurzimpulsen untermalten Gallery Walks zu machen - eine hervorragende Art, um einem ermüdenden Präsentationsmarathon vorzubeugen.

Informationen zum Wochenrhythmus eines Pulsars:
Material_Pulsar_Rhythmus_Visual »
Material_Pulsar_Wochenplan »

Eine Check-Liste die dabei hilft, an alles wichtige zu denken ist hier:
Material_Pulsar_Checkliste_Organisation »

Der Rhythmus des Pulsars basiert auf dem Ansatz des Deeper Learning, den v.a. Anne Sliwka im deutschsprachigen Bereich erforscht. Für Hintergrundinformationen empfehlen wir die ihres Buches: LektüreLernen in der Jugendphase »

Leistungsbewertung

Es ist wichtig zu entscheiden, ob und wie in die Pulsare die Leistungsbewertung einfließen soll.

Möglich ist beispielsweise:

  • in frei wählbaren Pulsaren allen Schülerïnnen eine Mitarbeitsnote anzubieten.
  • in Pulsaren, die an einen Leistungs-/Schwerpunktkurs gebunden sind, die Schülerïnnen Klausurersatzleistungen erarbeiten zu lassen. Die Evangelische Schule Berlin Zentrum blockt dafür in der darauffolgenden Woche drei Tage für die schriftliche und gestalterische Ausarbeitung und die Durchführung von Kolloquien. Der Klausurenplan wird dadurch schlanker und der Wert des Pulsars steigt für einige Schülerïnnen noch mehr.
  • keine Noten zu vergeben und den besonderen Spirit genießen, wenn notenfrei gelernt wird.

Hürden, Hindernisse, Learnings

Es lohnt sich besonders darauf zu achten, dass

  • ein Pulsarteam aus mind. 3 Pulsarlehrerïnnen besteht (weniger Lehrerïnnen heißt höherer Aufwand in Vorbereitung und Durchführung. Außerdem wird es prekär wenn ein/e Kollegïn erkrankt und fachlich nicht ersetzt werden kann).
  • zwei Kollegïnnen sich als Hauptverantwortliche committen.
  • ein Kollegium immer das große ganze im Blick behält und gemeinsam Verantwortung dafür trägt, dass alle Pulsarteams fachlich bestmöglich versorgt sind.
  • bereits stattgefundene Pulsare wiederholt werden. Das entlastet in der Vorbereitung und die Pulsare können in weiteren Durchläufen ausgebaut und optimiert werden. Unbedingt empfehlenswert!

Lebens- und Arbeitskompetenzen (LAK)

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